Hopfendolden oder Hopfenextrakt?

Hopfen 1-1Viele Braumeister sind sich darüber einig, dass ein hochwertiges Qualitätsbier nur mit Hopfendolden gebraut werden kann. Bis vor ein paar Jahrzehnten wurde Hopfenextrakt noch mit Hilfe chemischer Lösungsmittel (Chlorierte Kohlenwasserstoffe= CKW) Trichlorethylen, Methylenchlorid gewonnen.

Heute verwendet man diese Chemikalien überwiegend noch in der industriellen Bauteilreinigung oder zur Oberflächenreinigung. Selbst da sind die Chlorierten Kohlenwasserstoffe mit ihren toxischen Eigenschaften noch mit Vorsicht zu genießen.

Bei den heutigen Extraktionsverfahren wird meistens überkritisches CO2 oder Ethanol verwendet. Meiner Meinung nach ist es egal wie und mit was die Industrie den Hopfenextrakt gewinnt, es wird nie die Qualität von Hopfendolden erreichen Punkt.

Ich bin davon überzeugt, das Bier mit Hopfendolden oder Hopfenpellets (Hopfenzapfen zerkleinert und gepresst) gebraut das qualitativ bessere Bier ist, gegenüber einem Bier was mit  Hopfenextrakt gebraut wurde.

Für die Big Player der Branche ist Hopfenextrakt sicher ein großer Segen (Standardisierung von Bier, Handlingkosten, Gewinnspanne, Dosierung….). Den meisten Industriebier-Brauereien geht es in erster Linie um den Profit und nicht um den Geschmack, der steht leider erst an zweiter oder dritter Stelle.

In der Süddeutschen Zeitung äußert sich ein gelernter Braumeister z.B. so

„In Deutschland ist gutes Bier schwer zu finden. Es gibt ein Überangebot an industrialisierten Massen-Bieren, die nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut schmecken“

(…)

„Die deutschen Brauingenieure haben in den vergangenen Jahrzehnten Bier als das Produkt ihrer Maschinen begriffen“

(…)

„Es war nie das Ziel, Geschmack in Bier zu bringen. Da fehlte die Liebe zum Produkt, und so schmeckt es jetzt auch.“

Quelle: Geheimnis des Hopfens

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/handwerksbrauereien-geheimnis-des-hopfens-1.2470818

PS: Volle Zustimmung, dem kann ich mich nur anschließen.

Ich will Hopfendolden in meinem Sudkessel!!!

Hopfenernte2015-3

Apropos „Geschmack“!

Die breite Masse kennt meiner Meinung nach gar nichts anderes, weil ihnen ab der ersten Flasche Bier der Einheitsgeschmack der Industrieplörre anerzogen wurde.

Das gleiche gilt für Orangensaft, Apfelsaft……., ein Direktsaft schmeckt nun mal besser als ein Saft aus Konzentrat. Kartoffelpüree aus frischen Kartoffeln schmeckt auch besser als Instantpüree.

Ich will kein Bier mit der industriell hergestellten schwarzen klebrigen Masse (Hopfenextrakt). Von mir aus können die Industriebier-Brauereien ihr Bier weiter mit Hopfenextrakt bittern, ich muss das Zeug ja nicht kaufen bzw. trinken. Eines ist jedoch Gewiss, in meinem Sudkessel wird niemals Hopfenextrakt landen, Pfuuuui.

Hier noch ein schöner Artikel über Hopfen (Extrakt) von 1966.

BIER- Sünde mit Chemie 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46415268.html

 

Hier mal eine beispielhafte Brauerei die noch mit Naturhopfendolden braut.

http://www.waldhaus-bier.com/bierspezialitaeten/naturhopfen/

 

Und noch ein netter Artikel vom Spiegel, geht zwar viel um das RHG (Reinheitsgebot) was mir völlig egal ist, aber trotzdem für den Einen oder Anderen Interessant sein dürfte.

Das ist nicht mein Bier- Eine Abrechnung mit dem Deutschen Reinheitsgebot.

http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-109082825.html

 

 

Über bierfetischist

Bier selbst brauen

Veröffentlicht am 21/04/2015 in Home und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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